Ästhetische Zahnmedizin
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Wurzelbehandlungen
Kinderzahnmedizin


Zahnarzt:

Dr. med. dent. eidg. dipl. Mijatovic Slavo
Battenhusstr. 9
9062 Lustmühle AR (Teufen)

 

 
Was ist Parodontitis?
Eine Endung mit "itis" weist auf eine Entzündung hin. In diesem Fall betrifft es die Entzündung des Parodonts. Das Parodont wird auch Zahnhalteapparat genannt, welches sich aus dem Zahnfleisch (gingiva), dem Kieferknochen (Alveolarknochen), den Fasern und dem Wurzelzement zusammensetzt.

Der Zahn "hängt" somit an den Fasern, welche sich einerseits im Knochen, anderseits mittels Wurzelzement an der Wurzeloberfläche verankern.

Lagern sich Bakterien auf der Zahnoberfläche, und bleiben diese Bakterien längere Zeit liegen, so spricht man von bakterieller Plaque. Schon nach einigen Tagen reagiert das Zahnfleisch auf diese Ablagerung mit einer Entzündung (gingivitis). Das Zahnfleisch wird rötlicher, beginnt zu bluten und schwillt an. Diese Entzündung kann durch eine gute Hygiene wieder rückgängig gemacht werden. Bleiben hingegen die Bakterien für längere Zeit liegen, so entsteht eine chronische Entzündung des Zahnfleisches. Gewisse aggressive Bakterienarten nehmen langsam die Oberhand. Dies führt zur Störung des biologischen Gleichgewichtes. Die Abwehr des Körpers reagiert. Bei dieser Abwehrreaktion werden für das Parodont schädliche Produkte freigesetzt. Das Parodont beginnt sich zu zerstören. Durch den Knochenabbau entstehen parodontale Taschen, welche sich wiederum mit aggressiven Bakterien füllen, die wiederum das Parodont zerstören. Der Knochenabbau kann soweit fortgesetzt werden, bis der Zahn sich lockert und schliesslich verloren geht. In einer akuten Phase der Zerstörung spricht man von einem Parodontalabszess.

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paroabszess_1_parodontalchirurgie
Paroabszess
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Mehrere Faktoren fördern die Parodontitis. Es sei hier das Rauchen, die schlechte Mundhygiene, der negative Stress, gewisse Allgemeinerkrankungen und auch eine familiäre Vorbelastung erwähnt. Auch gewisse Medikamente beeinflussen das Risiko der Parodontitis.

Wann sollte man einen Fachzahnarzt aufsuchen:

  • bei stetigem Mundgeruch (Mikroabszesse)
  • bei blutigem, bläulichem und geschwollenem Zahnfleisch
  • bei einer Lockerung oder Wanderung der Zähne (Zahnzwischenräume vergrössern sich)
  • wenn das Zahnfleisch sich "zurückzieht"
  • bei eitrigem Flüssigkeitsaustritt am Zahnfleischsaum, vor allem beim Drücken mit dem Finger auf das Zahnfleisch
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Behandlung
Da die Bakterienbeläge die Ursache der Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und der Parodontitis (Zahnbetterkrankung) sind, muss die Behandlung bei dem Entfernen dieser Beläge ansetzen. Zudem muss der Patient soweit gebracht werden, dass er durch eine optimale Mundhygiene eine Neubesiedelung der Bakterien verhindert. Dies geschieht durch die Patienten- Motivation und einer Hygieneinstruktion.

Der Patient kann aber die 'alten' harten Bakterienbeläge nicht selber entfernen. Somit müssen diese vom Praxispersonal und vom Zahnarzt eliminiert werden. Dies kann bei leichten Fällen, und wenn die Beläge sich oberhalb des Zahnfleischrandes befinden, durch eine Prophylaxeassistentin ausgeführt werden. Befindet sich hingegen der Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrandes, muss die Behandlung von einer Dentalhygienikerin ausgeführt werden. In schwierigen Fällen werden die Ablagerungen vom Zahnarzt unter Anästhesie entfernt. Siehe auch Parodontalchirurgie - Küretage

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Hygienephase
Dies ist die erste Behandlungsphase, welche 4 - 8 Wochen dauern kann. Der Patient erlernt in dieser Zeit eine individuell angepasste Mundhygienetechnik. Dabei werden verschiedene Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnoberfläche abgegeben. Die Palette der Hilfsmittel ist in den letzten Jahren sehr gewachsen. In unserer Praxis versuchen wir wenige, aber effiziente Hilfsmittel abzugeben. Wir sind der Meinung, dass es nichts bringt, mit mehr als 3 Hilfsmitteln die Zähne reinigen zu wollen. Der Patient würde schon nach kurzer Zeit die Hälfte des Instrumentariums kaum oder gar nicht gebrauchen.

Von uns oft abgegebene Hilfsmittel sind Zahnstocher ( Stim-U-Dent ). Dies sind dreieckförmige, aus Balsaholz fabrizierte Zahnstocher, die einerseits das Zahnfleisch massieren und anderseits die Bakterienbeläge in den Zahnzwischenräumen entfernen. Sind die Zwischenräume aber zu gross, kann als Hilfsmittel ein Interdentalbürstchen benötigt werden. Diese gibt es mit verschiedenen Durchmessern, von 2 -8mm.

Die Kaufläche, sowie die innere und äussere Zahnfläche sollten mit einer Zahnbürste gereinigt werden. Die Zahnbürste soll nicht allzu hart sein, damit die Zähne nicht beschädigt werden (keilförmige Defekte ). Heute sind Ultraschall Zahnbürsten auf dem Markt, welche die Handzahnbürste bestens ersetzen können. Durch die hohe Schwingungsfrequenz und dank des kleinen Bürstenkopfes wird der Zahn optimal gereinigt, dies ohne Schaden an der Oberfläche zu verursachen. In der Hygienephase wird somit dem Patienten das 'Zähneputzen' gezeigt. Es werden auch die Bakterienbeläge entfernt. Dies geschieht durch ein 'deep scaling', dh. ein gründliches, tiefes Zahnsteinentfernen oder durch eine Küretage.

Es muss in dieser Phase auch eine Situation im Munde geschaffen werden, in welcher die Bakterien sich kaum ansetzen können. Somit müssen alte, überschüssige Füllungen und Kronen angeschliffen und anpoliert werden. Eventuell hoffnungslose Zähne müssten auch schon in dieser Hygienephase extrahiert werden.

Am Schluss dieser Hygienephase wird eine Reevaluation stattfinden, das heisst das Resultat der Hygienephase wird neu beurteilt und der weitere Therapieplan wird festgelegt. Bei einem genügenden Resultat kann ein regelmässiger Besuch bei einer Prophylaxeassistentin / Dentalhygienikerin genügen, bei einem ungenügenden Resultat muss der Patient möglicherweise in einer chirurgische Phase eingeschleust werden.

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Küretage
Die Küretage kann als kleiner chirurgischer Eingriff benannt werden. Bei Parodontitispatienten ist der 'Zahnknochen' dermassen zerstört worden, dass sich tiefere Taschen gebildet haben. Eine Tasche ist der Abstand vom Zahnfleischrand bis zum Knochenrand. Dieser wird in Millimeter angegeben. Normalerweise ist ein Abstand zwischen Zahnfleisch und Knochen von maximal 3mm zu messen. Weist ein Patient eine tiefere Tasche ( > 5mm ) auf, kann er die sich in diesem 'Sack' befindlichen Bakterienbeläge nicht mehr entfernen. Das Entfernen diese Bakterienkolonien ( subgingivaler Zahnstein ) muss mit Hilfe spezieller Instrumente 'herausgekratzt' werden. Die Instrumente sind kleine Messer ( Küretten ) die vor jeder Behandlung geschliffen werden müssen. Diese Behandlung ist eher schmerzhaft und eine Anästhesie ist unumgänglich.
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rx_tasche_ante_parodontitis_allgemein
Auf dem Röntgenbild gut sichtabre "Knochentasche" (vor der Behandlung)
rx_tasche_post_parodontits_allgemein
Knochen hat sich grösstenteils regeneriert (2 Jahre nach der Behandlung)
rx_tasche_foto_ante_parodontits_allgemein
die Parodontalsonde zeigt eine 9mm tiefe Tasche
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Eine Küretage kann von einer Dentalhygienikerin oder vom Zahnarzt ausgeführt werden. In einer Küretagesitzung werden meistens 4 - 5 Zähne therapiert. Gelegentlich muss nach Abschluss der Behandlung eine kleine Naht gesetzt werden. In der folgenden Heilungsphase kann der Patient mit einer Chlorhexidinlösung ( 0.1 - 0.2% ) spülen.

Ziel der Küretage ist somit eine Taschenreinigung. Die Tasche wird von aktiven Bakterien befreit. Die Entzündung geht zurück. Das Zahnfleischbluten wird reduziert oder das Bluten hört sogar auf. Die Zähne sind nach einigen Tagen 'stabiler', d.h die Beweglichkeit wird stark reduziert.

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Gingivectomie
'gingiva' heisst 'Zahnfleisch' und 'ectomie' steht für 'Wegschneiden'. Somit verstehen wir unter Gingivectomie das Entfernen von Zahnfleisch. Liegt z. B. eine Zahnfleischtasche vor, kann diese durch die Gingivectomie teilweise verkleinert werden. Eine Gingivectomie wird auch zum Entfernen von Zahnfleischwucherungen benötigt. Diese kann man bei einer Schwangerschaft oder auch bei Jugendlichen ( Mundatmer, schlechte Hygiene und kieferorthopädischer Apparatur ) antreffen. (vgl. Fotos). Durch das Wegschneiden des gewucherten Zahnfleisches wird sowohl eine ästhetischere, als auch eine "putzbarere" Situation geschaffen.
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gingivectomie_ante_parodontalchirurgie
Wucherung des Zahnfleisches (vor der Behandlung)
gingivectomie_post_parodontalchirurgie
Situation nach der Gingivectomie
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Taschenelimination
Wie schon erwähnt, sind Parodontaltaschen "Zahnfleisch-Säcke" in denen sich Bakterien ablagern können. Kleinere Taschen könne durch die Küretage gereinigt werden, tiefere Taschen hingegen werden durch Parochirurgie geöffnet, von Bakterien befreit und verkleinert. Nachdem das Zahnfleisch vom Knochen abgelöst wird, kann der Zahnarzt " unter Sicht " die Wurzeloberfläche reinigen und glätten. Schliesslich besteht die Möglichkeit, das Zahnfleisch näher am Knochen zu reponieren. Damit wird die Tasche mechanisch verkleinert. Die Wurzeloberfläche ist putzbarer. Es gibt verschiedene chirurgische Taschenbehandlungsarten. Bei der einen Methode wird das Zahnfleisch wieder am ursprünglichen ort gelegt ( Widmann Operation ), oder das Zahnfleisch wird näher der Wurzelspitze positioniert ( vgl. oben -> apical position flap ). In den letzten Jahren wird gelegentlich mit dem Legen einer Membran eine Geweberegeneration angestrebt. Die Tasche würde in diesem Fall durch das neue Knochenwachstum verkleinert. Diese Methode kann nicht immer angewandt werden, sondern ist nur in bestimmten Fällen indiziert.
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taschenelimination_ante_parodontalchirurgie
stark entzündetes Zahnfleisch mit eitrigem Sekret (vor der Behandlung)
taschenelimination_post_parodontalchirurgie
nach Parodontalchirurgie liegt eine gesunde Situation vor. Taschen sind eliminiert.
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Unter diesem Kapitel soll auch die Furkationsbehandlung genannt werden. Die Backenzähne (Molaren) weisen mehrere Wurzeln auf. Bei einer Parodontitis kann der Knochen dermassen zerstört werden, dass die Furkationen ( Wurzelverzweigungen ) frei zu liegen kommen. Die Bakterienbeläge könne sich nun zwischen den Wurzeln ansammeln. Das Reinigen dieser Schmutznischen wird für den Patienten erschwert oder sogar verunmöglicht. Durch entsprechende Parodontalbehandlungen kann diese Situation verbessert werden. Ein 100% Erfolg ist kaum erreichbar. Viele Zähne können aber über Jahre mit offenen Furkationen im Munde belassen werden. Bei dieser Behandlungsmethode wird die Furkation putzbarer gestaltet, sei durch Entfernen einer Wurzel, durch das Öffnen eines Tunnels ( Bildung eines Durchganges zwischen den Wurzeln ) oder durch das Modellieren des Knochens. Auch hier hängt der Erfolg der Behandlung von der Hygiene des Patienten und von dem Zustand des Knochens ab. Es sei auch erwähnt, dass die Möglichkeit besteht, mittels Legen von künstlichem Knochen und Eingliedern einer resorbierbaren Membran einen Erfolg zu erzielen. Der wirtschaftliche Aspekt soll dabei nicht in den Hintergrund gestellt werden. Solche Behandlungen sind sehr aufwendig und teuer.
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Transplantat
Wie der Name schon sagt, wird ein Teil des eigenen Gewebes an einem anderen Ort verpflanzt. Diese chirurgische Behandlung kann z.B. nötig sein, wenn bei Zähnen das "angewachsene" Zahnfleisch fehlt oder sehr dünn ist. Oft ist dies bei Eckzähnen oder bei den Molaren ( 6er ) der Fall. Die Wurzeln sind meistens bei diesen Zähnen mit dem Finger gut spürbar. Der Knochen ist hauchdünn und mit der Zeit zieht sich das Zahnfleisch, welches sich nicht mehr am Knochen halten und ernähren kann, zurück. Der Fachzahnarzt kann in diesen Fällen am Gaumen ein dünnes Zahnfleischstück lostrennen und an dem besagten Ort einnähen. Das so verschobene Zahnfleisch wächst nach wenigen Tagen am neuen Ort ein. Nach einer kurzen Heilungsphase kann der Patient, dank dem Tieferlegen der Wangenfalte und Dank dem "dickeren" Zahnfleisches besser Putzen.
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transplantat_ante_2_parodontalchirurgie
sichtbare Rezession beim Eckzahn (vor der Behandlung)
transplantat_medium_parodontalchirurgie
Situation nach Legen eines Transplantates
transplantat_end_parodontalchirurgie
Situation nach 3 Jahren
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Ästhetische Parodontalchirurgie
Darunter fallen chirurgische Behandlungen, welche zu einer Verbesserung der Ästhetik führen können. Wenn bei einer jungen Person beispielsweise beim Lachen starke Rezessionen sichtbar sind ( Zahnfleischrückgang ), kann mit Hilfe ästhetischer Parodontalchirurgie oft geholfen werden. Bei Rezessionen kann das Zahnfleisch verschoben werden, so dass es wie ein Vorhang die sichtbare Wurzeloberfläche zudeckt. Gelegentlich kann noch Bindegewebe vom Gaumen entnommen werden und dieses Bindegewebeteilchen wird unter dem "Vorhang" gelegt. Die Resultate sind erstaunlich gut. Leider muss mit den Jahren ein Rezidiv festgestellt werden. Der Fachzahnarzt muss vor Behandlungsbeginn die Erfolgsrisiko abwägen und mit dem Patienten den Grund eines evtl. Misserfolges erläutern. Bei starken Rauchern und bei Patienten mit ungenügender Hygiene sollte man vor solchen Behandlungen abraten.
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rezession_ante_aestethischeparodontalchirurgie
Rezession bei Eckzahn vor der Behandlung
rezession_post_aestethischeparodontalchirurgie
nach Verschiebelappen ist Rezession kaum sichtbar
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